Kim Bui hat noch lange nicht genug: "Für mich ist das der großartigste Sport der Welt"

Eigentlich ist alles wie immer. Kim Bui packt morgens ihre Sporttasche zusammen und fährt ins Kunst-Turn-Forum nach Stuttgart – sechs Tage in der Woche, bis zu 35 Stunden. Und doch ist alles irgendwie anders. „Seit die Olympischen Spiele in Rio vorbei sind, hat mein Studium ge­genüber dem Turnen Vorrang“, erklärt die 28-Jährige, die sich an der Uni Vaihingen für den Masterstudiengang Technische Biologie eingeschrie­ben hat. Zehn bis 15 Stunden verbringt sie zurzeit in Vorlesungen, dazu kommen noch die Prüfungsvorbereitungen.

Im Kunst-Turn-Forum sieht man die Turnerin des MTV Stuttgart trotzdem wie eh und je jeden Tag hart arbeiten. Das Trainingspen­sum ist das Gleiche wie vor den Olympischen Spielen - mindestens. „Bisher lässt sich das gut mitein­ander vereinbaren“, sagt sie. Auch wenn Kim am Ende des Jahres zum ersten Mal sieben Tage Urlaub am Stück gemacht hat und in Ab­sprache mit der Bundestrainerin Ulla Koch auf den ersten Natio­nalmannschaftslehrgang Anfang Januar verzichtet hat. „Ich musste lernen“, erklärt sie ihre Absage.

Am Vertrauen von Bundestraine­rin Koch in die Leistung ihrer er­fahrensten Turnerin hat das aber offensichtlich nichts geändert. Ge­meinsam mit Lukas Dauser darf sie beim Weltcup-Auftakt im US-amerikanischen Newark (4. März) die deutschen Farben vertreten. „Meine Freude war riesengroß, als ich davon erfahren habe, dass ich mich dort mit den Besten der Besten messen darf.“ Zumal der Termin perfekt in die neue Prio­ritätenliste von Kim passt. „Zwei Wochen davor habe ich die letzten schriftlichen Prüfungen und dann kann ich mich danach voll und ganz auf den großen Auftritt in Ne­wark konzentrieren“, sagt sie.

Warum sie diese außergewöhnli­che Doppelbelastung weiterhin auf sich nimmt, erklärt sie mit einem Glänzen in den Augen: „Turnen ist für mich der großartigste Sport der Welt. Ich habe dadurch nicht nur Turnen gelernt, sondern auch viel für meine Leben. Meine eigenen Kinder würde ich daher auch so­fort ins Turnen schicken. Ich kann es nur jeden empfehlen. Ich habe auf jeden Fall weiterhin einen rie­sigen Spaß daran und werde das so lange machen, wie es geht.“

Wer Kim Bui einmal live erleben will, kann sich schon einmal den EnBW DTB-Pokal vom 17. bis zum 19. März im Kalender markieren. Dort wird die Stuttgarterin auf jeden Fall in der Halle sein. „Der EnBW DTB-Pokal ist für mich ein absoluter Pflichttermin, schließ­lich ist es ja unser Heimspiel. Das lasse ich mir nicht entgehen“, sagt sie. 

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